Tag 1 -Führerscheinabgabe

Wer schon einmal seinen Führerschein abgeben musste, weiß, dass beim Erhalt des Bußgeldbescheides, der erste Weg zum Kalender führt und eine Hin- und Herrechnerei beginnt, wie man wann am günstigsten den Führerschein abgibt, um ja nicht einen Tag länger, als irgendwie notwendig auf seine Fahrerlaubnis verzichten zu müssen. Schon bei dieser Kalenderfeilscherei bekam das Wort "heiliger Schein" eine ganz neue Bedeutung für mich, denn es waren trotz zweiwöchigem Urlaub im gewählten Zeitraum noch gefühlte fünftausend Fahrten abzudecken. Ich kann mich immer so herrlich in solche Dinge hineinsteigern, so dass ich zum Abgabetermin auf dem Bürgeramt entsprechend gelaunt erschien, was aber nicht so schlimm war, da die freundliche Dame dort umso besser gelaunt war und mit netten Sprüchen, wie: Sie werden sehen, wie schnell 4 Wochen rum sind...oder...es ist doch jetzt schönes Wetter und man könne mit dem Fahrrad fahren, aufwartete. Leider hatte sie aber keine Antwort auf meine Bemerkung, dass mein Arbeitsweg auch mal 60-70 Kilometer sein könne, keine Antwort mehr. Ach ja ich vergass noch, dass sie erwähnte, dass ich wohl den Blitzer zu spät entdeckt hätte...eine sehr schlaue Bemerkung wie ich finde...Nun ja, die Dame gab sich alle Mühe, das ganze ein wenig aufzulockern und ich fragte mich, wie oft sie diese Sprüche wohl wöchtentlich zum Besten geben muss. Auch nicht gerade ein schöner Job, sich ständig von Deliquenten volljammern zu lassen...also beschloss ich freundlich zu bleiben, ich hatte schließlich noch einen Bestechungsversuch vor. Sie fragte mich tatsächlich, welches Datum wir denn heute hätten und ich mal ausnahmsweise schlagfertig, ...der 6.Juni....leider wurde auch dies nur mit einem seichten Lächeln quittiert und der 09.06. eingetragen...und auch meine gequälte Erläuterung, dass ich den Führerschein am 07.07. dringend bräuchte, verhallte nur mit der Bemerkung, ich hätte dann eben eher abgeben müssen...Wieder eine sehr schlaue Bemerkung, die auch ihre Rechtfertigung gehabt hätte, wenn ich eben am 08.06. nicht auch noch dringend fahrbereit hätte sein müssen. Na ja, Versuch erwartungsgemäß gescheitert...ehrlich gesagt hätte ich, die große Verfechterin des Rechts, sich ziemlich aufgeregt, wenn das funktioniert hätte. Zur Arbeit wurde ich dann chauffiert, zum Glück ohne schlaue Bemerkungen, was wohl nur daran lag, dass der Chauffeur selbige Prozedur selbst erst vor einem Viertel Jahr hinter sich gebracht hat.

9.6.11 17:01

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Karinchen (9.6.11 20:10)
Du hast mein absolutes Beileid!!!

Ich selbst durfte im letzten Jahr diese wirklich fürchterliche Erfahrung machen und es war schrecklich!

Man ist wie gefesselt, so fühlt es sich zumindest an und da hilft ein netter Chauffeur auch nicht!

Halte durch!

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